Zementig

Grobe Materialien können echt spannend sein. So auch Zement. Dass ich damit arbeiten würde, war also unausweichlich.

Als erstes traute ich mich an einen Blumentopf ran. Zwei gleiche Blumentöpfe in unterschiedlichen Größen dienten als Schale, in die ich den Zement in Form goss. Am Anfang war es ganz schön schwer abzuschätzen wie lange Zement wohl zum Trocknen braucht. Irgendwann war klar: Mit ein paar Stunden ist die Sache nicht getan. Bis der Zement wirklich trocken war, sind wohl 3 Tage vergangen. Beim ersten Mal war ich noch zu ungeduldig, sodass mir vom nur halbtrockenen Zement eine Ecke abgebrochen ist. Aber irgendwie passt das wiederum zum Charakter des Topfes.

Schmuckständer

Als nächstes kam das Projekt „Schmuckständer“ dran. Hier diente der Zement als Sockel für das hohe Gestell.

Couchtisch

Nachdem die Wohnung also mit Zementtöpfen und -schalen vollgestellt war, traute ich mich, zusammen mit meinem Dad, an das große Projekt ran: Eine Couchtischplatte aus Zement gießen. Meine Herren, war das Arbeit!

Gußform

Zunächst einmal:70 kg Zement hochtragen. Aus Kantholz bastelten wir einen Rahmen und verschraubten ihn sorgfältig. Diesen auf eine glatte, mit Plastik ausgelegte Oberfläche gelegt, kam anschließend der Zement rein. Wir verarbeiteten auch noch eine Styrodurplatte von unten mit ein, damit die Tischplatte nicht noch massiver wird. Letztlich haben wir die Platte so gegossen wie sie auch auf dem Gestell liegt, also mit der offenen Seite nach oben. Das macht die Oberfläche sehr rauh und steinig. Es wäre vielleicht interessant, mal eine Platte andersrum zu gießen, so dass die Seite, die beim Gießen unten auf dem Plastik liegt, nachher die Oberfläche des Tisches ergibt. Wahrscheinlich wird sie so sehr viel glatter.

Fliesenspiel

Waschtisch

Ein Jahr haben wir mit einem hässlichen Bad gelebt. Schön war was anderes. Deswegen fiel irgendwann der Entschluss: Die alten Fliesen, die können so nicht bleiben. Wir machen das neu. „Können wir das?“ haben Mitbewohner und ich uns gefragt. “ Na klar. Sonst schauen wir uns vorher ein paar Youtube-Videos an.“

Too big to fail

Es wäre eine blanke Untertreibung, die drei darauf folgenden Wochen einfach nur als viel zu lang und furchtbar anstrengend zu bezeichnen. Vielleicht so viel: Das Projekt wurde bald schon umgetauft in BER 2.0. We’re too big to fail.

Bad gut, alles gut

Auch wenn wir es zwischendurch nicht so recht glauben wollten, irgendwie ging es dann doch. Am Ende stand das Bad – und sieht seitdem gar nicht mal sooo schlecht aus. Nicht nur die Wände bekamen neue Fliesen, auch der Waschtisch , zusammengebaut aus einem Ikea Küchenschrank, Kommodentüren und Spanplatten, bekam einen Fliesenspiegel. Und verdeckt die Waschmaschine ganz wunderbar.

Für alle Monks unter uns: Yo, die linke Tür hängt ein wenig. Wird bald nachgezogen, versprochen!

Hyllis Regal

Die Wohnung war staubig, überall lag Werkzeug – also nutzte ich die Gelegenheit und flieste das Regal im Flur gleich mit. Die Fliesen kamen vom selben Online-Shop-Anbieter wie der Waschtisch. Für das Regal habe ich zwei Ikea Hyllis-Metall-Regale genommen, die Böden der zwei Regale mit Holzplatten verbunden, sodass ich jeweils einen durchgehenden Regalboden hatte, und auf diese die Fliesen angebracht. Zum Schluss noch Blenden drauf und das ganze lackiert

Gekachelt

Ich hatte wirklich genug von Fliesen. Nie wieder, dachte ich. Das hielt einige Monate. Dann kam mir die Idee, für meinen Esstisch eine neue Tischplatte zu bauen – aus, na? Fliesen. Die Tischplatte besteht aus einer Spanplatte, auf die die Fliesen mit herkömmlichem Montagekleber geklebt und anschließend verfugt wurden.

 

 

Abgekupfert

Kupferrohre sind die neuen Fliesen. Zumindest was mein Herumexperimentieren mit Materialien betrifft. Das erste Projekt war, ganz klassisch, ein Himmeli aus Kupferrohren. Die Rohre sind 10 mm dick, was das ganze recht grob erscheinen lässt. Zusammengehalten werden die Rohre von Draht.

Weil mein Daumen eher so anthrazitgrün ist, muss leider in regelmäßigen Abständen eine neue Luftpflanze her.

Kerzenständer

Schritt zwei: Wir wagen uns an einen Kerzenständer ran. Die passenden Fittinge halten die Rohre zusammen. In der ersten Version hatte ich den Kerzenständer schmaler gemacht. Er sah sehr elegant aus, lief aber regelmäßig Gefahr, umzukippen. Bei zwei Katzen in der Wohnung nicht cool. Etwas breiter schmückt er nun nach wie vor den Tisch und lässt gleichzeitig die Wohnung heil.

 Wandlampe

Ok, ich mag Lampen. Eigentlich müsste ich in Skandinavien wohnen, wo die Tage meist dunkler sind und der Bedarf nach Lampen viel höher. Diese Wandlampe ist ebenfalls aus Kupferrohren gebastelt, wo das Kabel durchführt. Die Fassung ist aus Plastik und in Kupfer angesprüht.

 

 

 

Ich bau mir einen Tisch

Mit diesem Tisch fing alles an. Im Grunde die ganze Geschichte, warum ich am Ende bei einem Hausboot gelandet bin. Mitbewohner und ich waren frisch in unsere Wohnung eingezogen. Zwei Wochen hatten wir vorher Zeit gehabt, um aus einer Bruchbude ein bewohnbares Zuhause zu machen. Wie man tapeziert? YouTube. Wände verspachteln? Youtube. Laminat verlegen? Erst meinen Dad fragen, dann Youtube.

Platzprobleme

Den sozialen Medien und unseren Umzugshelferfreunden sei Dank saßen wir schließlich einige Zeit später in dieser riesigen Wohnung und hatten Platzprobleme – wir hatten zu viel davon. Wann mir die Idee kam, ich könnte einen Esstisch selber bauen, weiß ich heute gar nicht mehr. Ich hatte irgendwann mal in einem Artikel gelesen, wie jemand aus einem einfachen Ikea Lattenrost einen Tisch gebaut hatte. Und genau das wollte ich auch! Schritt Nummer 1: Ich kaufte mir vier gebauchte Sultan Lattenroste.

Komposition

Das Schwierigste war tatsächlich am Anfang, die vielen Metallklammern von den einzelnen Latten zu entfernen. Das Ergebnis waren einige Schrammen und Schnitte an den Händen und ein ziemlich großer Stapel an unbehandelten Fichtenleisten. Nach und nach legte ich sie auf dem Boden zusammen, sägte Endstücke mit der Stichsäge auf die richtige Länge zu und arrangierte alles so, sodass auch schiefe Enden zueinander passten.

Überall wo eine „Naht“ war, verschraubte ich die Bretter von unten mit Querleisten. Im Nachhinein war ich erstaunt wie gut das gehalten hat und wie stabil die Tischplatte dadurch wurde. Am Ende sägte ich beide Längstkanten mit der Kreissäge gerade in Form.

Sitzgelegenheit

Wo ein Tisch ist, darf die passende Bank nicht fehlen. Selbstredend. Außerdem hatte ich gerade erst vier Sultan Lattenroste von Metallklammern befreit. Für die Tischplatte hatte ich zwei Lattenroste verbraucht, also noch mehr als genug Leisten übrig.

Da der Tisch damals auf Metallböcken stand, baute ich auch die Bank aus einer Kombination aus Holz und Metall. Ein Schwerlastregal bildete die Basis. Die meisten kann man entweder als ein hohes Regal aufstellen oder nebeneinander wie eine Art Werkbank. Ich entschied mich für eines in der Größe 80 cm breit x 40 cm tief, und kam, nebeneinander gestellt, auf die perfekte Bankgröße von 160×40 cm. Das Regal wurde auf die richtige Sitzhöhe gekürzt und anschließend schwarz lackiert – und et voilà, fertig war die Basis für die Sitzbank. Aus den übrigen Leisten baute ich zwei Platten in der Größe der Bank, also 160×40 cm und schraubte sie auf die mitgelieferten Spanplattenböden des Regals.

Beizen

Eine Zeit lang blieb das Holz unbehandelt und sah echt schick aus, doch ich entschied mich trotzdem dazu, es zu beizen. Außerdem hielten die Böcke das Gewicht der massiven Tischplatte nicht aus und wackelten etwas. Also telefonierte ich etwas rum, bis ich eine Schlosserei fand, die mir das passende Tischgestell aus Vierkantrohren schweißte. Auf den Fotos sieht man noch die alten Klappstühle, mittlerweile leisten dem Tisch und der Bank zwei graue Tolixstühle Gesellschaft.

Lichtspiel

Wandleuchte

Die Kupferlampe ist nicht meine erste, aber sicherlich eine meiner Lieblingslampen. Sie ist aus 18 mm-Kupferrohren gebastelt, durch die das Kabel führt. Die Fassung ist aus Plastik und in Kupfer angesprüht.

 

Dreifach Edison

Tatsächlich war diese Lampe meine allererste, selber zusammengesetzte Lampe. Ich hatte Sorge, ob ich das braune und blaue richtig anschließe, ob die Kabel zur Fassung passen, und ob am Ende nur das Licht brennt oder gleich die ganze Wohnung.  Aber alles gut, die Lampe hängt und taucht das Wohnzimmer abends in ein warmes Licht.

Spitzending

Laut dem Internet ergeben Spitzendeckchen, mit viel Kleister über einen Luftballon geklebt, einen Lampenschirm. Nope. Nicht in meiner Realität. Denn auch nach tagelangem Trocknen fielen die Deckchen in sich zusammen, sobald ich den Luftballon platzen lies. Aber so ging es: Ikea Papierschirme gekauft, die Deckchen, ja, mit viel Kleister, drübergeklebt und ja, sehr lange trocknen lassen. Man sieht zwar bei dieser Variante die „Rippen“ der Schirme, dafür hält es 1A.

Resteverwertung

Ich mag Lampen. Schrieb ich bereits. Und da ich sowohl Kaninchendraht als auch eine Lampenfassung übrig hatte, probierte ich diese Variante noch aus: Kaninchendraht zuschneiden, in der Mitte ein Loch rein, mit Bronzefarbe ansprühen und die Fassung gleich mit.

 

 

 

Kupfer schmückt

Kupferrohre sind zum Basteln eine feine Sache, wenn man löten kann. Kann ich leider nicht, ich hab aber herausgefunden, dass man sie auch mit Spezialkleber kleben kann. Ist nicht ganz so elegant, wie die Rohre zu löten, hält aber trotzdem das Geklebte zusammen und ich laufe nicht ständig Gefahr, mein Umfeld in Brand zu setzen.

Geschenke verschenken

Nachdem ich schon mal einen Kerzenständer aus Kupferrohren und -fittingen verschenkt hatte, war dieses Mal der passende Schmuckständer dran. Material sind Kupfer sowie Zement, der nachher unten lackiert wurde. Den Sockel musste ich tatsächlich zweimal gießen. Beim ersten Mal hatte ich einen Pappbecher als Gussform genommen. Sah schön aus, die Statik hielt aber kein bisschen. Zu hoch, zu schmal für einen Sockel. Also goss ich den Sockel erneut, dieses Mal in einen mittelgroßen Blumentopf.

Unterkonstruktion

Nachdem ich mich wochenlang in die Theorie eingelesen hatte, wagten Tobi und ich endlich den Sprung ins kalte Wasser: Wir fingen an, endlich zu bauen. Nicht ohne vorher eine Runde durch gefühlt alle Baumärkte Berlins gemacht zu haben, bis wir das passende Holz gefunden hatten. Zunächst einmal musste eine Unterkonstruktion her, auf den wir nachher den Dielenboden schrauben können. Da es im Boden der Fahrerkabine, zwischen dem vorderen und dem hinteren Teil, eine kleine Stufe mit ca. 10 Zentimetern Höhenunterschied gibt, haben wir schweren Herzens beschlossen, diese auszugleichen, auch wenn nachher 10 Zentimeter weniger Deckenhöhe ordentlich was ausmachen.

Tag 1 unserer Arbeit also: es wurde fleißig gesägt, geschraubt und gewerkelt. Bis, ja bis die Kälte kam. Seitdem ruhen die Arbeiten. Unter Null Grad Außen- und Innentemperatur machen eeeecht keinen Spaß. Es bleibt also spannend, wann die Temperaturen über den Gefrierpunkt und wir wieder in die Arbeit einsteigen.