Wie das Boot Farbe bekam

Blau

Das Boot war blau, als ich es kaufte. Königsblau. Ist schön, aber nicht meins. Marineblau ist ok, Petrolblau ist top, Türkisblau wunderschön. Aber Königsblau? Nicht wirklich meins. „Ich muss dringend das Boot streichen,“ sagte ich. „Wir haben noch keinen Boden im Boot,“ sagte Tobi, „und die Elektrik muss auch noch gemacht werden.“ „Aber das Boot ist blau,“ sagte ich.

Farbtabellen

Das Unterwasserschiff wird schwarz. Das war schnell entschieden. Aber das Überwasserschiff? Rot, Grün oder doch Himbeerfarben? Nach unzähligen Meinungsumfragen im Freundeskreis fiel die Wahl erst auf Grün, dann auf Rot und dann wieder auf Grün. Bevor sie womöglich noch auf Himbeerfarben fiel, erklärte ich die Umfrage für beendet, suchte mir im Internet den passenden RAL-Ton raus und bestellte grüne Bootsfarbe. Und das gleich in einem Fünf-Liter-Eimer. Klotzen statt kleckern und so..

Web vs. Reality

Sagen wir mal so: Mir eine Farbe im Browser anzuschauen und sie daraufhin für ein 13-Meter-Boot in real life zu bestellen zählt nicht unbedingt zu den Sternstunden meiner handwerklichen Bootsbaukarriere. Im Web sah das Grün aus wie ein Bierflaschengrün. Als ich den Farbeimer aufmachte, sah ich ein Armeegrün. Und davon gleich fünf Liter. Ich fing kurz an, Königsblau zu mögen.

Farbtherapie

Eins stand fest: Die Farbe konnte ich nicht zurückgeben. Also fing ich an, das Boot probehalber damit zu streichen – nur mal so, um zu gucken.

Ich weiß nicht, was das für ein Effekt ist: Jede Farbe erscheint irgendwie schön, wenn man sie gerade streicht. Vielleicht weil sie dann so hübsch glänzt oder so. Jedenfalls fand ich Armeegrün beim Streichen zuerst gar nicht mal sooo übel, dann eigentlich ganz ok, und nach fünf Minuten war ich hin und weg. Und so strich ich das Boot, nicht ohne die Hilfe der großartigen Doritt, in mehreren Lagen & Etappen armeegrün. Und die Trittleiter versehentlich gleich mit.

Gemustert

Dunkelgrün oben, schwarz unten – das Boot sah ganz schön eintönig aus. „Wir brauchen gelbe Streifen,“ sagte ich. „Warum?“ fragte Tobi. „Na weil das Boot sonst armeegrün ist,“ sagte ich. Die Wahl fiel auf ein im Baumarkt sorgfältig ausgesuchtes Sonnengelb. „Streifen kann ich,“ dachte ich, klebte das Boot mit Kreppband ab und strich fleißig den Übergang zwischen Überwasserschiff und Unterwasserschiff gelb.

Als ich erwartungsvoll das Kreppband abnahm, verwandelte sich der vermeintlich haarscharf abgeklebte Streifen in eine kurvige, gelbe Flusslandschaft mit zahlreichen Nebenflüssen. Merke: Um Streifen abzukleben nie, nie, niemals Kreppband verwenden. Es sei denn, man mag fransige Ränder. In meinem Fall kam noch hinzu, dass der Untergrund durch die Nieten hubbelig und uneben war. Für die gelbe Farbe geradezu eine Einladung, in alle Richtungen zu verlaufen.

Kunstabteilung

Was tun also? Ich kaufte den dünnsten Pinsel, den ich im Baumarkt kriegen konnte („Ich suche ganz feine Pinsel.“ „Für Gemälde bitte in die Bastelabteilung!“) und malte damit die Kanten des Streifens sauber. 13 Meter Bootslänge x zwei Seiten x zwei Kanten macht 52 Meter Streifen mit einen Feinhaarpinsel nachkorrigieren. Am Liegeplatz ließ der Spott nicht lange auf sich warten.

Für kurze Zeit hatte ich mit dem Gedanken gespielt, oben auch noch Streifen hinzumalen. Zu meiner Verteidigung: Das war vor der Kreppbandbegegnung. Und vor dem Feinhaarpinsel. Danach bestellte ich nur noch Klebestreifen in gelb und weiß, die sich ruckzuck anbringen ließen, und, wie sich am nächsten Morgen herausstellte, in der Nacht teilweise auch ruckzuck wieder abgingen. Ist aber eine andere Geschichte. Vorerst hieß es: Et voilà, das Boot war gelb und weiß gestreift.

Greta

Das armeegrüne, gelb-weiß gestreifte Boot brauchte natürlich noch einen Namen. „Etwas Zeitloses wäre schön,“ dachte ich, und machte mich in Babyforen auf die Suche nach Mädchenvornamen. Greta und Agatha gefielen mir auf Anhieb, Iphigenie und einige andere Namen sortierte ich relativ schnell wieder aus. Am Ende hat Greta es mir angetan. Klassisch, passt zum Alter des Bootes. Greta. So heißt das Boot seitdem. Der Schriftzug hält übrigens wie Bombe.

 

 

Wie wir lernten, Rettungsringe zu bergen

Das Boot liegt in Liebenwalde. Ein wunderschöner Liegeplatz, direkt am Kanal. Aber auch ein weit entfernter Liegeplatz. Liebenwalde halt. „Ich will nicht mehr pendeln. Wir brauchen unbedingt einen neuen Liegeplatz“, sagte ich. „Okay“, sagte Tobi, „dann wären Strom und Wasser am Steg gut.“ Wir machten uns auf die Suche.

Spandau

Zwei Monate dauerte die Suche. Nach zu teuer, zu überfüllt, zu spartanisch und zu hässlich kam er dann schließlich: Der richtige Liegeplatz. Spandau. „Kann ich meine Katzen mitbringen?“ fragte ich. „Haben wir Strom und Wasser am Steg?“ fragte Tobi.

Im Februar

„Wann wollen Sie das Boot zu uns fahren?“ fragte der Besitzer nach unserem Handschlag. „Der Motor ist noch nicht angeschlossen“, sagte ich. „Wir haben gar keinen Führerschein“, sagte Tobi. „Anfang Mai ist prima“, sagte ich nickend. Es war Februar.

„Wir haben noch keinen Führerschein“, wiederholte Tobi. „Ach, das wird leicht“, sagte ich, „ich melde uns mal wo an.“ Die Wahl fiel auf Skili Wassersport. Auch in Spandau. Ging schnell mit dem neuen Lokalpatriotismus.

Von Vorfahrt und Explosionen

Zuerst hatten wir drei Abende Theorie. Vor welchen Booten habe ich mit dem Motorboot Vorfahrt? Vor keinen. Darf ich mich einem Boot mit explosiven Gütern nähern? Lieber nicht. Wo steht all das drin? In der Binnenschifffahrtsstraßenordnung, Teil II. Wir schrieben alles sorgfältig mit.

Bergungsmanöver

Dann kamen die Praxisstunden. „Könnt ihr alle Kommandos?“ fragte uns unser Fahrlehrer? Tobi nickte vorsichtig. Ich fing schnell an, nach Taschentüchern in meiner Tasche zu kramen. Dann durften wir fahren. Wir verwechselten Vorwärts- mit Rückwärtsgang (Tobi), überfuhren Rettungsbojen, die wir eigentlich bergen sollten (ich) und verfluchten die Gangschaltung, weil wir nie wussten, ob wir im Leerlauf waren.

Sechs Fahrstunden und unzählige Kommandos später verabschiedete uns unser Fahrlehrer mit den Worten „Wir sehen uns dann übermorgen bei der Prüfung.“ Wir winkten und gingen schnell weg.

„Wir müssen unbedingt Theorie lernen!“ sagte Tobi. „Nee, Knoten lernen ist wichtiger“, sagte ich. Währenddessen brachten wir weiterhin fleissig alle Kommandos durcheinander. In zwei Tagen war Prüfung.

Ich knotete was das Zeug hielt, Tobi lernte alle Prüfungsbögen auswendig und wir versprachen uns gegenseitig, den Leerlauf nicht zu vergessen.

Prüfungstag

Am Prüfungstag selber war dann plötzlich alles easy. Die Gangschaltung war uns wohl gesonnen, das Wetter sowieso, die Boje ließ sich prima bergen und die Knoten konnten wir plötzlich wie aus dem Effeff. „Wozu wird der Kreuzknoten verwendet?“ fragte der Prüfer mich ab. „Um zwei Leinen gleicher Stärke zu verbinden“, sagte ich, „beispielsweise zwei Katzen.“ Der Prüfer guckte erst irritiert, dann nickte er und sagte ein knappes „Haben beide bestanden. Glückwunsch.“

Das Boot bekam sowas wie einen Boden

Wir waren das Rumgehüpfe zwischen den Spanten leid. Ein Boden musste her, und zwar so schnell wie möglich. Der große Raum, auch „das Aquarium“ genannt, bestand früher mal aus einem Außen- und einem Innendeck, verbunden mit einer Tür. Durch einen zusätzlichen Stahlaufbau ist heute alles ein riesiger Raum mit vielen Fenstern. Dass zwei ehemals verschiedene Bereiche zusammengelegt wurden, merkt man heute nicht nur daran, dass die unterschiedlichen Fensterkonstruktionen kein bisschen zusammenpassen, sondern auch, dass die beiden Böden 10 cm Höhenunterschied haben. „Pff, kann man ausgleichen“, haben wir gedacht, und uns an die Unterkonstruktion gemacht.

Schieflage

Als die Holzdielen probeweise draufkamen, wurde langsam klar: „Verdammt, der Boot ist schief.“ Jetzt nicht um einen Zentimeter oder so. Schief schief. Klar, könnte man natürlich alles ausgleichen – wenn man denn wüsste, was gerade ist. Wasserwaage? Das Boot liegt an Land und hat dadurch automatisch eine Schieflage. Den Abstand von Wand zu Wand messen? Nee, ist alles schief. Die Maurertechnik anwenden und mit nem Faden Abstände messen? Das klappt nur im Film und bei echten Maurern, aber nicht bei uns.

Möglichkeiten ausloten

Tobi und ich konferierten. Was waren die Optionen? A. Einen (unter Umständen sehr) schiefen Boden. B. Warten bis das Boot im Wasser ist und versuchen, den Boden dann auszurichten. C. Gar keinen Boden haben.

Qual der Wahl

C war kurze Zeit unser Favorit. Wir wählten aber trotzdem erstmal  Variante B. Das Boot kommt aber erst Ende April ins Wasser. „So lange können wir unmöglich hüpfen“, sagte ich. Wir entschieden uns dafür, erstmal die Türen für die Bodenluken zu bauen und diese lose auf die Unterkonstruktion zu legen.

Probesitzen

Nun stellte sich uns die Frage: „Wie groß müssen die jeweiligen Bodenluken sein?“ Dafür muss ich wissen, wo nachher welche Möbel in etwa hinkommen. Eine Eckcouch nimmt ganz anders Platz ein als ein Zweiersofa. Und so fand ich mich wenige Zeit später, ohne Boden oder Wände im Boot zu haben, in Ikea wieder und maß alle verfügbaren Schlafsofas penibel aus, inkl. Probesitzen. Die Ikeaverkäuferin war begeistert und machte mit. Armlehnen müssen sein, Ecksofa nein, Liegefläche für zwei wäre gut, 1,60 m breit ist ok, nee, 1,70 m breit ist zu viel.
Am Ende des Tages hatte ich keine Ahnung, welches Sofa ich nehme, aber dafür wusste ich in etwa, wie groß die Bodenluken sein müssen.

Ausflug

Wir bekamen Besuch. Linda kam vorbei und nahm mich zuallererst mit auf einen Ausflug. Wir fuhren zum Hof, auf dem sie arbeitet, um Lämmer zu gucken, die in der Nacht vorher geboren waren, und ich zerfloss vor Entzückung.

Geschraube

Nachdem wir uns wieder gesammelt hatten, ging es zurück an die Arbeit. Latten zusammenschrauben, abmessen, zusägen, mehrmals fluchen, weil die Türen mehrmals zu breit geworden ist, also mehrmals wieder eine Latte abnehmen, wieder alles verschrauben und die Türen verkehrt herum auf die Unterkonstruktion legen, damit die obere Seite zum lackieren sauber bleibt.

Läuft bei uns

Et voila, haben wir einen Boden. Also noch nichts ganz. Für die Schlafcouch wäre es vielleicht nicht zu früh. Aber man kann vorerst drauf laufen. Das Rumgehüpfe hat ein Ende!

 

Das Boot wärmt sich auf

Wir haben gefroren. Eine ganze Weile. „Ich komme nicht wieder, bis die Temperaturen über Null sind!“, schimpfte ich. Dann kam Weihnachten mit milden fünf Grad. „Prima“, dachten wir, „jetzt geht’s.“ Nicht mit meinem Stahlboot. Mein Stahlboot vergisst nicht, wenn die Wochen vorher kalt waren. Wir froren weiter.

Feuer

„Wir brauchen einen Kamin“, sagte ich. „Ein Kamin wäre schön“, sagte Tobi. Zu unserer Verteidigung, der wäre irgendwann ohnehin rein gekommen. Wahrscheinlich nachdem wir einen Boden eingebaut hätten. Aber so? Nun ja, wir froren.

Beratung

„Ein Ofen ist total schwer, den können wir nicht alleine tragen“, sagte Tobi. „Dieser hier wiegt nur 54 Kilo“, sagte erst Google und dann ich. Wir fuhren zum Baumarkt. Der Verkäufer war erst stutzig („Pff, keine Ahnung, wie man einen Ofen in ein Boot einbaut“), dann beratungsfreudig („Nehmen Sie das hier, vielleicht fackelt Ihnen das Boot dann nicht so schnell ab“) und am Ende sogar wagemutig („Da Sie ohnehin improvisieren, ist die Platte auch egal“). Tobi und ich packten unseren 54-Kilo-Ofen ins Auto und fuhren zum Boot.

Gewichtig

Wir bekamen Unterstützung. Severin besuchte uns an der Werft. „Hübsches Boot!“, sagte er. „Wir haben einen Kamin!“, sagte ich. „Wo?“, fragte er? „Im Auto“, sagte ich, „er wiegt aber nur 54 Kilo!“

Positionierung

Ohne Schornstein kein Ofen. Wo aber platziert man einen Ofen wenn alles noch im Rohzustand ist und man wenig Ahnung hat was nachher wohin kommt? Egal, wir mussten uns irgendwie auf einen Platz festlegen. Wir froren.

Nachdem der Ofen auf einem behelfsmäßigen Boden gestellt wurde und jeder von uns mindestens einmal dran gerüttelt und geschoben hatte, bis wir alle zufrieden waren, stand die Stelle fest. Die Decke bekam erst vier Bohrlöcher, dann mit der Stichsäge einen kreisrunden Ausschnitt und das Boot endlich einen Schornstein.

Kleinigkeiten

„Juchuu, lasst uns den Ofen anmachen!“ freute ich mich. „Auf jeden Fall!“, sagte Severin. „Hat jemand ein Feuerzeug?“, fragte Tobi. Ja, es scheitert manchmal an den kleinen Dingen..Da wir weder Sonne noch eine Lupe hatten, beschlossen wir, den Kamin erst beim nächsten Mal anzumachen.

Wetterfest

Obenrum war das Rohr noch ziemlich nackt. „Eine Regenhaube gab’s im Baumarkt nicht“, sagte ich schulterzuckend, „muss ich erst bestellen.“ „Mit irgendwas müssen wir das Rohr aber abdecken, sonst regnet es rein.“

Knisternde Wärme

Gestern wurde der Kamin endlich eingeweiht – nachdem ich extra das Feuerzeug eingepackt hatte. Seitdem raucht er und knistert und spendet wohlige Wärme, genau so wie es sein soll. Alles ist gut.

PS. Selbstverständlich habe ich vorher den Eimer abgenommen! Danke Tobi für die kleine Erinnerung.

 

Zementig

Grobe Materialien können echt spannend sein. So auch Zement. Dass ich damit arbeiten würde, war also unausweichlich.

Als erstes traute ich mich an einen Blumentopf ran. Zwei gleiche Blumentöpfe in unterschiedlichen Größen dienten als Schale, in die ich den Zement in Form goss. Am Anfang war es ganz schön schwer abzuschätzen wie lange Zement wohl zum Trocknen braucht. Irgendwann war klar: Mit ein paar Stunden ist die Sache nicht getan. Bis der Zement wirklich trocken war, sind wohl 3 Tage vergangen. Beim ersten Mal war ich noch zu ungeduldig, sodass mir vom nur halbtrockenen Zement eine Ecke abgebrochen ist. Aber irgendwie passt das wiederum zum Charakter des Topfes.

Schmuckständer

Als nächstes kam das Projekt „Schmuckständer“ dran. Hier diente der Zement als Sockel für das hohe Gestell.

Couchtisch

Nachdem die Wohnung also mit Zementtöpfen und -schalen vollgestellt war, traute ich mich, zusammen mit meinem Dad, an das große Projekt ran: Eine Couchtischplatte aus Zement gießen. Meine Herren, war das Arbeit!

Gußform

Zunächst einmal:70 kg Zement hochtragen. Aus Kantholz bastelten wir einen Rahmen und verschraubten ihn sorgfältig. Diesen auf eine glatte, mit Plastik ausgelegte Oberfläche gelegt, kam anschließend der Zement rein. Wir verarbeiteten auch noch eine Styrodurplatte von unten mit ein, damit die Tischplatte nicht noch massiver wird. Letztlich haben wir die Platte so gegossen wie sie auch auf dem Gestell liegt, also mit der offenen Seite nach oben. Das macht die Oberfläche sehr rauh und steinig. Es wäre vielleicht interessant, mal eine Platte andersrum zu gießen, so dass die Seite, die beim Gießen unten auf dem Plastik liegt, nachher die Oberfläche des Tisches ergibt. Wahrscheinlich wird sie so sehr viel glatter.

Fliesenspiel

Waschtisch

Ein Jahr haben wir mit einem hässlichen Bad gelebt. Schön war was anderes. Deswegen fiel irgendwann der Entschluss: Die alten Fliesen, die können so nicht bleiben. Wir machen das neu. „Können wir das?“ haben Mitbewohner und ich uns gefragt. “ Na klar. Sonst schauen wir uns vorher ein paar Youtube-Videos an.“

Too big to fail

Es wäre eine blanke Untertreibung, die drei darauf folgenden Wochen einfach nur als viel zu lang und furchtbar anstrengend zu bezeichnen. Vielleicht so viel: Das Projekt wurde bald schon umgetauft in BER 2.0. We’re too big to fail.

Bad gut, alles gut

Auch wenn wir es zwischendurch nicht so recht glauben wollten, irgendwie ging es dann doch. Am Ende stand das Bad – und sieht seitdem gar nicht mal sooo schlecht aus. Nicht nur die Wände bekamen neue Fliesen, auch der Waschtisch , zusammengebaut aus einem Ikea Küchenschrank, Kommodentüren und Spanplatten, bekam einen Fliesenspiegel. Und verdeckt die Waschmaschine ganz wunderbar.

Für alle Monks unter uns: Yo, die linke Tür hängt ein wenig. Wird bald nachgezogen, versprochen!

Hyllis Regal

Die Wohnung war staubig, überall lag Werkzeug – also nutzte ich die Gelegenheit und flieste das Regal im Flur gleich mit. Die Fliesen kamen vom selben Online-Shop-Anbieter wie der Waschtisch. Für das Regal habe ich zwei Ikea Hyllis-Metall-Regale genommen, die Böden der zwei Regale mit Holzplatten verbunden, sodass ich jeweils einen durchgehenden Regalboden hatte, und auf diese die Fliesen angebracht. Zum Schluss noch Blenden drauf und das ganze lackiert

Gekachelt

Ich hatte wirklich genug von Fliesen. Nie wieder, dachte ich. Das hielt einige Monate. Dann kam mir die Idee, für meinen Esstisch eine neue Tischplatte zu bauen – aus, na? Fliesen. Die Tischplatte besteht aus einer Spanplatte, auf die die Fliesen mit herkömmlichem Montagekleber geklebt und anschließend verfugt wurden.

 

 

Abgekupfert

Kupferrohre sind die neuen Fliesen. Zumindest was mein Herumexperimentieren mit Materialien betrifft. Das erste Projekt war, ganz klassisch, ein Himmeli aus Kupferrohren. Die Rohre sind 10 mm dick, was das ganze recht grob erscheinen lässt. Zusammengehalten werden die Rohre von Draht.

Weil mein Daumen eher so anthrazitgrün ist, muss leider in regelmäßigen Abständen eine neue Luftpflanze her.

Kerzenständer

Schritt zwei: Wir wagen uns an einen Kerzenständer ran. Die passenden Fittinge halten die Rohre zusammen. In der ersten Version hatte ich den Kerzenständer schmaler gemacht. Er sah sehr elegant aus, lief aber regelmäßig Gefahr, umzukippen. Bei zwei Katzen in der Wohnung nicht cool. Etwas breiter schmückt er nun nach wie vor den Tisch und lässt gleichzeitig die Wohnung heil.

 Wandlampe

Ok, ich mag Lampen. Eigentlich müsste ich in Skandinavien wohnen, wo die Tage meist dunkler sind und der Bedarf nach Lampen viel höher. Diese Wandlampe ist ebenfalls aus Kupferrohren gebastelt, wo das Kabel durchführt. Die Fassung ist aus Plastik und in Kupfer angesprüht.

 

 

 

Ich bau mir einen Tisch

Mit diesem Tisch fing alles an. Im Grunde die ganze Geschichte, warum ich am Ende bei einem Hausboot gelandet bin. Mitbewohner und ich waren frisch in unsere Wohnung eingezogen. Zwei Wochen hatten wir vorher Zeit gehabt, um aus einer Bruchbude ein bewohnbares Zuhause zu machen. Wie man tapeziert? YouTube. Wände verspachteln? Youtube. Laminat verlegen? Erst meinen Dad fragen, dann Youtube.

Platzprobleme

Den sozialen Medien und unseren Umzugshelferfreunden sei Dank saßen wir schließlich einige Zeit später in dieser riesigen Wohnung und hatten Platzprobleme – wir hatten zu viel davon. Wann mir die Idee kam, ich könnte einen Esstisch selber bauen, weiß ich heute gar nicht mehr. Ich hatte irgendwann mal in einem Artikel gelesen, wie jemand aus einem einfachen Ikea Lattenrost einen Tisch gebaut hatte. Und genau das wollte ich auch! Schritt Nummer 1: Ich kaufte mir vier gebauchte Sultan Lattenroste.

Komposition

Das Schwierigste war tatsächlich am Anfang, die vielen Metallklammern von den einzelnen Latten zu entfernen. Das Ergebnis waren einige Schrammen und Schnitte an den Händen und ein ziemlich großer Stapel an unbehandelten Fichtenleisten. Nach und nach legte ich sie auf dem Boden zusammen, sägte Endstücke mit der Stichsäge auf die richtige Länge zu und arrangierte alles so, sodass auch schiefe Enden zueinander passten.

Überall wo eine „Naht“ war, verschraubte ich die Bretter von unten mit Querleisten. Im Nachhinein war ich erstaunt wie gut das gehalten hat und wie stabil die Tischplatte dadurch wurde. Am Ende sägte ich beide Längstkanten mit der Kreissäge gerade in Form.

Sitzgelegenheit

Wo ein Tisch ist, darf die passende Bank nicht fehlen. Selbstredend. Außerdem hatte ich gerade erst vier Sultan Lattenroste von Metallklammern befreit. Für die Tischplatte hatte ich zwei Lattenroste verbraucht, also noch mehr als genug Leisten übrig.

Da der Tisch damals auf Metallböcken stand, baute ich auch die Bank aus einer Kombination aus Holz und Metall. Ein Schwerlastregal bildete die Basis. Die meisten kann man entweder als ein hohes Regal aufstellen oder nebeneinander wie eine Art Werkbank. Ich entschied mich für eines in der Größe 80 cm breit x 40 cm tief, und kam, nebeneinander gestellt, auf die perfekte Bankgröße von 160×40 cm. Das Regal wurde auf die richtige Sitzhöhe gekürzt und anschließend schwarz lackiert – und et voilà, fertig war die Basis für die Sitzbank. Aus den übrigen Leisten baute ich zwei Platten in der Größe der Bank, also 160×40 cm und schraubte sie auf die mitgelieferten Spanplattenböden des Regals.

Beizen

Eine Zeit lang blieb das Holz unbehandelt und sah echt schick aus, doch ich entschied mich trotzdem dazu, es zu beizen. Außerdem hielten die Böcke das Gewicht der massiven Tischplatte nicht aus und wackelten etwas. Also telefonierte ich etwas rum, bis ich eine Schlosserei fand, die mir das passende Tischgestell aus Vierkantrohren schweißte. Auf den Fotos sieht man noch die alten Klappstühle, mittlerweile leisten dem Tisch und der Bank zwei graue Tolixstühle Gesellschaft.

Lichtspiel

Wandleuchte

Die Kupferlampe ist nicht meine erste, aber sicherlich eine meiner Lieblingslampen. Sie ist aus 18 mm-Kupferrohren gebastelt, durch die das Kabel führt. Die Fassung ist aus Plastik und in Kupfer angesprüht.

 

Dreifach Edison

Tatsächlich war diese Lampe meine allererste, selber zusammengesetzte Lampe. Ich hatte Sorge, ob ich das braune und blaue richtig anschließe, ob die Kabel zur Fassung passen, und ob am Ende nur das Licht brennt oder gleich die ganze Wohnung.  Aber alles gut, die Lampe hängt und taucht das Wohnzimmer abends in ein warmes Licht.

Spitzending

Laut dem Internet ergeben Spitzendeckchen, mit viel Kleister über einen Luftballon geklebt, einen Lampenschirm. Nope. Nicht in meiner Realität. Denn auch nach tagelangem Trocknen fielen die Deckchen in sich zusammen, sobald ich den Luftballon platzen lies. Aber so ging es: Ikea Papierschirme gekauft, die Deckchen, ja, mit viel Kleister, drübergeklebt und ja, sehr lange trocknen lassen. Man sieht zwar bei dieser Variante die „Rippen“ der Schirme, dafür hält es 1A.

Resteverwertung

Ich mag Lampen. Schrieb ich bereits. Und da ich sowohl Kaninchendraht als auch eine Lampenfassung übrig hatte, probierte ich diese Variante noch aus: Kaninchendraht zuschneiden, in der Mitte ein Loch rein, mit Bronzefarbe ansprühen und die Fassung gleich mit.

 

 

 

Kupfer schmückt

Kupferrohre sind zum Basteln eine feine Sache, wenn man löten kann. Kann ich leider nicht, ich hab aber herausgefunden, dass man sie auch mit Spezialkleber kleben kann. Ist nicht ganz so elegant, wie die Rohre zu löten, hält aber trotzdem das Geklebte zusammen und ich laufe nicht ständig Gefahr, mein Umfeld in Brand zu setzen.

Geschenke verschenken

Nachdem ich schon mal einen Kerzenständer aus Kupferrohren und -fittingen verschenkt hatte, war dieses Mal der passende Schmuckständer dran. Material sind Kupfer sowie Zement, der nachher unten lackiert wurde. Den Sockel musste ich tatsächlich zweimal gießen. Beim ersten Mal hatte ich einen Pappbecher als Gussform genommen. Sah schön aus, die Statik hielt aber kein bisschen. Zu hoch, zu schmal für einen Sockel. Also goss ich den Sockel erneut, dieses Mal in einen mittelgroßen Blumentopf.