Fliesenspiel

Waschtisch

Ein Jahr haben wir mit einem hässlichen Bad gelebt. Schön war was anderes. Deswegen fiel irgendwann der Entschluss: Die alten Fliesen, die können so nicht bleiben. Wir machen das neu. „Können wir das?“ haben Mitbewohner und ich uns gefragt. “ Na klar. Sonst schauen wir uns vorher ein paar Youtube-Videos an.“

Too big to fail

Es wäre eine blanke Untertreibung, die drei darauf folgenden Wochen einfach nur als viel zu lang und furchtbar anstrengend zu bezeichnen. Vielleicht so viel: Das Projekt wurde bald schon umgetauft in BER 2.0. We’re too big to fail.

Bad gut, alles gut

Auch wenn wir es zwischendurch nicht so recht glauben wollten, irgendwie ging es dann doch. Am Ende stand das Bad – und sieht seitdem gar nicht mal sooo schlecht aus. Nicht nur die Wände bekamen neue Fliesen, auch der Waschtisch , zusammengebaut aus einem Ikea Küchenschrank, Kommodentüren und Spanplatten, bekam einen Fliesenspiegel. Und verdeckt die Waschmaschine ganz wunderbar.

Für alle Monks unter uns: Yo, die linke Tür hängt ein wenig. Wird bald nachgezogen, versprochen!

Hyllis Regal

Die Wohnung war staubig, überall lag Werkzeug – also nutzte ich die Gelegenheit und flieste das Regal im Flur gleich mit. Die Fliesen kamen vom selben Online-Shop-Anbieter wie der Waschtisch. Für das Regal habe ich zwei Ikea Hyllis-Metall-Regale genommen, die Böden der zwei Regale mit Holzplatten verbunden, sodass ich jeweils einen durchgehenden Regalboden hatte, und auf diese die Fliesen angebracht. Zum Schluss noch Blenden drauf und das ganze lackiert

Gekachelt

Ich hatte wirklich genug von Fliesen. Nie wieder, dachte ich. Das hielt einige Monate. Dann kam mir die Idee, für meinen Esstisch eine neue Tischplatte zu bauen – aus, na? Fliesen. Die Tischplatte besteht aus einer Spanplatte, auf die die Fliesen mit herkömmlichem Montagekleber geklebt und anschließend verfugt wurden.

 

 

Ich bau mir einen Tisch

Mit diesem Tisch fing alles an. Im Grunde die ganze Geschichte, warum ich am Ende bei einem Hausboot gelandet bin. Mitbewohner und ich waren frisch in unsere Wohnung eingezogen. Zwei Wochen hatten wir vorher Zeit gehabt, um aus einer Bruchbude ein bewohnbares Zuhause zu machen. Wie man tapeziert? YouTube. Wände verspachteln? Youtube. Laminat verlegen? Erst meinen Dad fragen, dann Youtube.

Platzprobleme

Den sozialen Medien und unseren Umzugshelferfreunden sei Dank saßen wir schließlich einige Zeit später in dieser riesigen Wohnung und hatten Platzprobleme – wir hatten zu viel davon. Wann mir die Idee kam, ich könnte einen Esstisch selber bauen, weiß ich heute gar nicht mehr. Ich hatte irgendwann mal in einem Artikel gelesen, wie jemand aus einem einfachen Ikea Lattenrost einen Tisch gebaut hatte. Und genau das wollte ich auch! Schritt Nummer 1: Ich kaufte mir vier gebauchte Sultan Lattenroste.

Komposition

Das Schwierigste war tatsächlich am Anfang, die vielen Metallklammern von den einzelnen Latten zu entfernen. Das Ergebnis waren einige Schrammen und Schnitte an den Händen und ein ziemlich großer Stapel an unbehandelten Fichtenleisten. Nach und nach legte ich sie auf dem Boden zusammen, sägte Endstücke mit der Stichsäge auf die richtige Länge zu und arrangierte alles so, sodass auch schiefe Enden zueinander passten.

Überall wo eine „Naht“ war, verschraubte ich die Bretter von unten mit Querleisten. Im Nachhinein war ich erstaunt wie gut das gehalten hat und wie stabil die Tischplatte dadurch wurde. Am Ende sägte ich beide Längstkanten mit der Kreissäge gerade in Form.

Sitzgelegenheit

Wo ein Tisch ist, darf die passende Bank nicht fehlen. Selbstredend. Außerdem hatte ich gerade erst vier Sultan Lattenroste von Metallklammern befreit. Für die Tischplatte hatte ich zwei Lattenroste verbraucht, also noch mehr als genug Leisten übrig.

Da der Tisch damals auf Metallböcken stand, baute ich auch die Bank aus einer Kombination aus Holz und Metall. Ein Schwerlastregal bildete die Basis. Die meisten kann man entweder als ein hohes Regal aufstellen oder nebeneinander wie eine Art Werkbank. Ich entschied mich für eines in der Größe 80 cm breit x 40 cm tief, und kam, nebeneinander gestellt, auf die perfekte Bankgröße von 160×40 cm. Das Regal wurde auf die richtige Sitzhöhe gekürzt und anschließend schwarz lackiert – und et voilà, fertig war die Basis für die Sitzbank. Aus den übrigen Leisten baute ich zwei Platten in der Größe der Bank, also 160×40 cm und schraubte sie auf die mitgelieferten Spanplattenböden des Regals.

Beizen

Eine Zeit lang blieb das Holz unbehandelt und sah echt schick aus, doch ich entschied mich trotzdem dazu, es zu beizen. Außerdem hielten die Böcke das Gewicht der massiven Tischplatte nicht aus und wackelten etwas. Also telefonierte ich etwas rum, bis ich eine Schlosserei fand, die mir das passende Tischgestell aus Vierkantrohren schweißte. Auf den Fotos sieht man noch die alten Klappstühle, mittlerweile leisten dem Tisch und der Bank zwei graue Tolixstühle Gesellschaft.