Ich bau mir einen Tisch

Mit diesem Tisch fing alles an. Im Grunde die ganze Geschichte, warum ich am Ende bei einem Hausboot gelandet bin. Mitbewohner und ich waren frisch in unsere Wohnung eingezogen. Zwei Wochen hatten wir vorher Zeit gehabt, um aus einer Bruchbude ein bewohnbares Zuhause zu machen. Wie man tapeziert? YouTube. Wände verspachteln? Youtube. Laminat verlegen? Erst meinen Dad fragen, dann Youtube.

Platzprobleme

Den sozialen Medien und unseren Umzugshelferfreunden sei Dank saßen wir schließlich einige Zeit später in dieser riesigen Wohnung und hatten Platzprobleme – wir hatten zu viel davon. Wann mir die Idee kam, ich könnte einen Esstisch selber bauen, weiß ich heute gar nicht mehr. Ich hatte irgendwann mal in einem Artikel gelesen, wie jemand aus einem einfachen Ikea Lattenrost einen Tisch gebaut hatte. Und genau das wollte ich auch! Schritt Nummer 1: Ich kaufte mir vier gebauchte Sultan Lattenroste.

Komposition

Das Schwierigste war tatsächlich am Anfang, die vielen Metallklammern von den einzelnen Latten zu entfernen. Das Ergebnis waren einige Schrammen und Schnitte an den Händen und ein ziemlich großer Stapel an unbehandelten Fichtenleisten. Nach und nach legte ich sie auf dem Boden zusammen, sägte Endstücke mit der Stichsäge auf die richtige Länge zu und arrangierte alles so, sodass auch schiefe Enden zueinander passten.

Überall wo eine „Naht“ war, verschraubte ich die Bretter von unten mit Querleisten. Im Nachhinein war ich erstaunt wie gut das gehalten hat und wie stabil die Tischplatte dadurch wurde. Am Ende sägte ich beide Längstkanten mit der Kreissäge gerade in Form.

Sitzgelegenheit

Wo ein Tisch ist, darf die passende Bank nicht fehlen. Selbstredend. Außerdem hatte ich gerade erst vier Sultan Lattenroste von Metallklammern befreit. Für die Tischplatte hatte ich zwei Lattenroste verbraucht, also noch mehr als genug Leisten übrig.

Da der Tisch damals auf Metallböcken stand, baute ich auch die Bank aus einer Kombination aus Holz und Metall. Ein Schwerlastregal bildete die Basis. Die meisten kann man entweder als ein hohes Regal aufstellen oder nebeneinander wie eine Art Werkbank. Ich entschied mich für eines in der Größe 80 cm breit x 40 cm tief, und kam, nebeneinander gestellt, auf die perfekte Bankgröße von 160×40 cm. Das Regal wurde auf die richtige Sitzhöhe gekürzt und anschließend schwarz lackiert – und et voilà, fertig war die Basis für die Sitzbank. Aus den übrigen Leisten baute ich zwei Platten in der Größe der Bank, also 160×40 cm und schraubte sie auf die mitgelieferten Spanplattenböden des Regals.

Beizen

Eine Zeit lang blieb das Holz unbehandelt und sah echt schick aus, doch ich entschied mich trotzdem dazu, es zu beizen. Außerdem hielten die Böcke das Gewicht der massiven Tischplatte nicht aus und wackelten etwas. Also telefonierte ich etwas rum, bis ich eine Schlosserei fand, die mir das passende Tischgestell aus Vierkantrohren schweißte. Auf den Fotos sieht man noch die alten Klappstühle, mittlerweile leisten dem Tisch und der Bank zwei graue Tolixstühle Gesellschaft.